| EWCC Halbfinale Rückblick: FI-NA-LE O-HO |
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Zunächst wurde jedoch Werbung gemacht. Hier schoss Pressewart Otto Eigen den Vogel ab. In der Nähe seines Wohnortes in Kladow befindet sich die Kladower Blücher-Kaserne mit dem Lazarettregiment 31. Er also mit einigen Plakaten unterm Arm hin zur Kaserne, um zu informieren und die Rekruten als Ehrengäste mit freiem Eintritt zu diesem Turnier einzuladen. Er ahnte dabei noch nicht, dass und wie er dort "Offene Türen" einrennen würde. Bei interessanten Gesprächen mit der Sekretärin des Kommandanten sowie (bei einem Empfang anlässlich eines Gelöbnisses) mit dem Chef der Ausbildungskompanie, Hauptmann Bender, war schnell "festgelegt", dass einige der Ausbildungs-"Züge" (je ca. 50 Rekruten) im Welli erscheinen werden, um sich durch eigene Augenscheinnahme von der Qualität von Spitzenfraueneishockey zu überzeugen und vorhandene Vorurteile abzubauen. Pressewart Otto Eigen hatte aufgrund der ihm bekannten Qualität der an dieser Runde teilnehmenden Mannschaften keine Bedenken, dass dies positiv ausgehen würde. Auch sollte etwas gegen das vom Bundespräsidenten Horst Köhler festgestellte "freundliche Desinteresse der Öffentlichkeit" an der Bundeswehr unternommen werden. Tatsächlich kamen dann ca. 165 (!!) Angehörige der Ausbildungskompanie Lazarettregiment 31 "Berlin" der Blücher Kaserne in Kladow zum Eröffnungsspiel der Eisladies gegen die finnische Spitzenmannschaft von Espoo Blues. Diese entpuppten sich dann zum Teil zu Beginn der Begegnung bereits als ausgewiesene Eishockey-Kenner und -Fans, später dann geschlossen alle als begeisterte Fans des dargebotenen Fraueneishockeys. Und die machten eine Stimmung vom feinsten… Die donnernden Sprechchöre und Gesänge aus 165 Kehlen erschütterten den "Welli" wie zu besten Eisbärenzeiten!!! Freude hatten sie auch bei ihrem lautstarken 3-fachen: "Berliner Bär" für das Geburtstagskind Otto Eigen, er berichtete hinterher von einer Gänsehaut ob dieser "Darbietung". Einen Tag später hatte übrigens OSC-Spielerin Anja Scheytt Geburtstag - da waren die besonderen Gratulanten leider nicht mehr da. Weitere Werbung machten neben einigen Internetforen auch einzelne Vereine aus Berlin. Es geht also doch mit dem Zusammenarbeiten, wenn man nur will. Das sollten sich einige Leute in Berlin mal gut merken... Unter den Gästen natürlich auch einige alte Bekannte. Der unter anderem für das Fraueneishockey im Präsidium zuständige DEB-Vize Bodo Lauterjung zum Beispiel lässt sich kein derartiges Damenturnier entgehen. Er ist eben qua persönlichen Erlebnisses großer Anhänger des Damenkufensports. Der Rekruten-Auftritt hat ihn übrigens veranlasst, verstärkt über die Vergabe eines Fraueneishockey-Länderspiels nach Berlin nachzudenken. Sportlich war es das erhofft gute Turnier. Bereits am ersten Tag gab es guten Sport zu sehen. Auch wenn das Auftaktspiel zwischen Almaty und Agordo nicht mit dem Abendspiel mithalten konnte, so war es doch recht ansehbar. Und da sich zwei Fangruppen bildeten, herrschte auch gute Stimmung. Am Samstag ging es zuerst relativ gemächlich zu. Die Ladies machten mit Agardo kurzen Prozess. Da war nicht viel mit Zittern. Spannender war es dann am Abend. Für den OSC war es ja besser, wenn Espoo gewinnt. Denn dann hätten sie noch Chancen auf den Finaleinzug. Und auch dieses Spiel war nicht nur hochklassig, sondern auch spannend. Espoo gewann mit 4:3 und stand damit sicher im Finalturnier. Sonntag war also großes Finale angesagt. Und wahrscheinlich auch wieder jede Menge Leiden... Der Sonntag begann mit einer kleinen Bescherung. Schließlich war ja Nikolaus. Die Mutter einer Spielerin, eine treue Eiskaltleserin, nahm diesen Tag zum Anlass, um René und mich mit einer Kleinigkeit zu überraschen. In Anspielung auf einen Satz vom letzten Bericht zum Turnier in Salzburg, bekam René etwas zur inneren Anwendung, das die Nerven beruhigen soll, ich bekam etwas zur äußeren Anwendung. Koffein und Energie für die Haare. Ich werde ausprobieren, ob es funktioniert. Viel Hoffnung hab ich aber nicht. Denn auch der Sonntag war wieder sehr nervenaufreibend. Ich hab Carrus, der ja auch irgendwann einen Teil seiner Haarpracht verloren hat, gefragt, ob er die Hälfte davon abhaben will. Er meinte, dass das bei ihm hoffnungslos sei - nennen wir seine Haltung realistisch. Mittags fand das bedeutungslose gewordene Spiel zwischen Espoo und Agordo statt. Espoo siegte zwar klar, aber erst als sie im Schlussabschnitt das Tempo anzogen, wurde es dieses klare 10:3. Inzwischen war ein weiteres Highlight eingetroffen, eine Gruppe von Trommlern, die auch schon vor einigen Jahren für Stimmung im Welli sorgte. Dann das Finale. Almaty war schwer einzuschätzen. Gegen Agordo sah es nur selten richtig überzeugend aus, gegen Espoo zeigten sie teilweise, was sie drauf haben. Gegen den OSC versuchten die Kasachinnen es mit viel Druck. Aber die Ladies hielten dagegen. Über 60 Minuten zeigten sie ein in allen Bereichen diszipliniertes Spiel. Und auch Ivonne Schröder hatte wieder einen guten Tag erwischt. Sie musste einige Male in höchster Not retten. Musste Almatys Torfrau aber auch. Dann eine Schlüsselszene des Spiels. In der 9. Minute mussten gleich zwei Spielerinnen von Almaty auf die Strafbank. Der Kasachische Trainer nahm daraufhin eine Auszeit. Die half allerdings den Ladies. Susi Götz, die bei diesem Turnier wieder als Abwehrspielerin fungierte, erzielt das 1:0. Dieser Treffer war das Beste, was den Ladies passieren konnte. Zumal ja die Abwehr stand. Und als Anja Scheytt dann auch noch Anfang des 2. Drittels das 2:0 erzielte, war das Finale greifbar nahe. Aber da waren noch 37 Minuten zu spielen und das ist im Eishockey eine verdammt lange Zeit. Aber an diesem Tag gelang den Ladies in der Defensive einfach alles und so brachten sie den Vorsprung über die Zeit. Dann folgte natürlich grenzenloser Jubel auf Berliner Seite. Denn die Ladies hatten es geschafft, sie sind beim Finalturnier dabei. Alle eingesetzten Spielerinnen haben ein tolles Turnier gespielt. Die "Pampersbande" durfte übrigens nicht mitspielen, da im EWCC ein Mindestalter von 15 Jahren gilt. Wieder einmal zeigte sich, dass der OSC über ein Team verfügt, in dem es stimmt. Und nur als solches ist ein solcher Erfolg möglich. Denn so richtig hatten doch nur die wenigsten geglaubt, dass es etwas mit dem Finale werden könnte. Ein Statement von René war leider nicht zu bekommen. Er brachte nur noch ein "unglaublich" heraus. Stimmt, es war wirklich unglaublich, was die Mädels geleistet haben. Zwei Spiele auf international sehr hohem Niveau, ein drittes, das auch erst einmal gewonnen werden muss - und das in drei Tagen. Mit dieser Leistung und dem Erfolg wird ein bisschen auch das Abschneiden der Ladies vor 2 Jahren beim schwedischen Finalturnier relativiert, als sie mit einer grippegeschwächten Mannschaft unter anderem gegen Espoo und Aisulu jeweils nur knapp verloren. An dieser Stelle möchten Carrus und ich uns beim OSC für die tolle Zusammenarbeit bedanken. Der Otto Eigen hat mir einen Laptop mit Internetzugang zur Verfügung gestellt. Ich hab so was ja nicht. Dadurch konnten wir so umfangreich von einem Turnier berichten wie nie zuvor. Dafür auch ein großes Dankeschön an Otto. Hoffentlich haben die Tasten Deines Laptops die Quälerei durch uns gut überstanden. Überstanden haben wir dieses Wochenende. Und wieder hab ich ein paar Haare weniger. Sollte das Shampoo nicht helfen, brauch ich wohl bald ein Toupet, damit ich wieder was habe, was mir ausfallen kann - nämlich Haare. Denn bis zum nächsten Turnier ist ja nicht mehr weit. Im März findet das DEB-Pokalturnier statt. Das ist dann auch wieder im Welli und wir werden wieder ausführlich berichten. Allerdings muss das verlegt werden, da an dem geplanten Wochenende vorrangig das EWCC-Finalturnier stattfindet. Der Termin hierfür ist der 11. - 13.3.2010. Wo dieses Turnier stattfindet, ist noch nicht klar. Im Moment sind drei Bewerber im Rennen, darunter auch Berlin. Vom Austragungsort wird abhängen, in welcher Form wir berichten werden. Sollten es 2 Turniere im Wochenabstand in Berlin werden, leihe ich mir ein paar Haare bei Otto oder Mike Eigen - die haben ja genug davon... In diesem Sinne Euer Noppe - www.radio-eiskalt.de Radio Eiskalt hat auch eine Galerie mit einigen Fotos vom Wochenende erstellt. |















Am Wochenende war es mal wieder soweit: Um Jahre altern, graue Haare bekommen und Haarausfall waren angesagt - oder auch: Die OSC Ladies haben an einem Turnier teilgenommen. Diesmal war es das Berliner Halbfinalturnier im European Women Champions Cup (EWCC) und wieder gibt es viel zu berichten.