Olympischer Sportclub Berlin
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Die Eisladies sind Berlin!

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Home Europa-Pokal (EWCC) EWCC Rückblick: Ein Märchen mit gutem Abschluss - Eisladies gewinnen Bronze
EWCC Rückblick: Ein Märchen mit gutem Abschluss - Eisladies gewinnen Bronze PDF Drucken E-Mail

EWCCNun ist es also vorbei, das Finalturnier des EWCC. Und es war einiges los im Welli. Kein Wunder, die Fangemeinde der Eisladies wird immer größer.

Es war einiges los im Welli. Der Otto Eigen hat wieder Telefondrähte und Schuhsohlen glühen lassen und so einige neue Besucher gewinnen können. Neu dabei waren unter anderen die Sehbären. Das ist ein von Betroffenen gegründeter Verein, der Sehbehinderten mittels Moderatoren das Geschehen auf dem Spielfeld erklärt. Also eine Art Radioübertragung. Bisher besuchten die Sehbären meist Spiele von Hertha BSC oder auch den Reinickendorfer Füchsen, nun also waren sie bei den Eisladies zu Gast. Dabei auch Botschaftsvertreter der teilnehmenden Nationen. Am Samstag schaute auch Kanadas Botschafter im Welli vorbei und ließ es sich nicht nehmen, den Eröffnungsbully des Spiels Eisladies gegen Espoo auszuführen. Außerdem auch jede Menge Vertreter der Sponsoren und Unterstützer des OSC. Für zwei Tage konnte auch Silvia Fürst (The Ravens Salzburg) nach Berlin kommen. Das hat bestimmt auch DEB-Vize Bodo Lauterjung gefreut, so hatte er immer eine nette Begleitung an seiner Seite.

Sonntag musste sie aber wieder nach Salzburg zurück, da fand das Endspiel um die österreichische Staatsmeisterschaft statt. Mit dabei auch Anhänger anderer Berliner Eishockeyvereine, sowie der teilnehmenden Teams. Für Stimmung sorgte auch wieder die Ausbildungskompanie Lazarettregiment 31 "Berlin" der Blücher Kaserne in Kladow. Und das waren längst nicht alle, die Gästeliste war sehr lang.

Im Vorfeld des Turniers hatte sich auch die IIHF zu Wort gemeldet. Die wollten zum Finalturnier ihre Internetseite mit Spieldaten füllen. Und zwar Live! Für die Umsetzung war der Veranstalter, also der OSC, verantwortlich. Peter Hannemann hat mich gefragt, ob ich Leute kenne, die bei der Statistik und der Eingabe selbiger helfen würden. Hab auch was organisiert und wieder gemerkt, dass es doch möglich ist, dass Vereine aus Berlin sich gegenseitig unterstützen. Gab da einen Brummbären von einen Berliner Verein, der eingesprungen ist. Den Rest hab ich mit Carrus und kurzfristig Zawi von www.frauen-eishockey.de übernommen. Bei der Einweisung durch einen Herren der IIHF hab ich noch etwas gemerkt. Ich versteh immer noch genug englisch, um zu wissen, worum es geht. Und für den Rest gibt es ja Dolmetscher... So war der OSC eine Sorge los. Nachdem klar war, dass das auch noch funktioniert, war die Erleichterung noch größer. Ich habe auch wieder etwas aus dem Bereich Technik gelernt. Das erste, was so ziemlich jeder vor Ort testet, ist der Internetzugang - so er diesen benötigt. Wurde natürlich auch am Freitag gemacht. Einer wunderte sich, dass sein Zugang nicht so wollte wie er sollte - oder auch der Benutzer es gern hätte. Ist allerdings auch schwierig, wenn die Simkarte verkehrt in den Stick eingelegt wird. Also eine Warnung an alle Stickbenutzer, immer schön darauf achten, wie der Stick eingelegt wird... Immerhin hatte es diesmal nicht mich betroffen, bzw. „meinen Arbeitslaptop", sondern jemand anderen.

Neben der Statistik für die IIHF gab's natürlich auch die Berichterstattung auf Radio Eiskalt. Hier klappte alles fast reibungslos, nur beim ersten Spiel musste die Berichterstattung etwas zurückstecken, da ein Techniker der Meinung war, den Carrus erst warten zu lassen, um dann auch noch durch fernbleiben zu glänzen. So konnte er erst zum zweiten Spiel antreten und ich hab die Statistik mit Zawi gemacht. Danach gab's dann den Liveticker in gewohnter Form.

Sportlich begann das Turnier mit dem Spiel zwischen den Favoriten Tornado Moskau und Espoo Blues. Moskau konnte ja keiner so richtig einschätzen. Es zeigte sich aber, dass sie sehr kompakt in der Abwehr standen und versuchten die Räume eng zu machen. So konnten Schussversuche der Finninnen frühzeitig unterbunden werden. Espoo spielte allerdings auch nicht so stark, wie beim Halbfinalturnier im Dezember an gleicher Stelle. Wenn sie aber ihr spielerisches Können aufblitzen ließen, wurde es auch gleich gefährlich vor dem Tor von Tornado. In der Offensive war Russlands Meister stets gefährlich. Torchancen darf man denen nicht zu viele lassen. Moskau gewann nach 4:1-Führung mit 4:3. So richtig überzeugend war es aber nicht, was beide zeigten.
Danach dann der erste Auftritt der Eisladies. Gegen Prag wollten die Mädels von René Bielke versuchen Sieg Nr. 3 beim dritten Spiel in Berlin einzufahren. Würde ja auch bedeuten, dass Platz 3 erreicht werden könnte. Aber was machen die Mädels? Sind im 1. Drittel einfach nicht richtig da. Man, haben da einige Mädels Pässe gespielt. Da haben einige Leute nach dem Spiel ganz schön geflucht. Im Angriff gab es ja einige Torchancen, die wurden aber nicht genutzt. Prag spielte so, wie man sie schon kennt. Wie Moskau sehr kompakt stehend, aber eben auch mit Fehler. Nur waren die nicht so gravierend, wie bei den Gastgeberinnen des Turniers. Vielleicht haben die Eisladies aber auch eben an diese Gastfreundschaft der Berliner gedacht und Prag deshalb das erste Tor der Partie geschenkt. Anders ist die „Vorlage" bei Prags Führung nicht zu erklären. Und das war das Dümmste, was passieren konnte. Nun rennst Du wieder einem Rückstand hinterher und wirst offen für Konter. Auch nach dem Ausgleich von Anja Scheytt kam keine Ruhe in das Spiel der Eisladies. Und so war es kein Wunder, dass Prag mit einer 2:1 Führung in die erste Pause gehen konnte. Also weiter Druck ausüben. Machen sie dann auch. Es ging hin und her, beide Teams hatten einige gute Torchancen. Als Prag dann in der 34. Minute Tor Nr. 3 erzielt, war das schon eine Vorentscheidung. Denn Prag spielte an diesem Tag einfach zu gut. Zwar traf die Olympiateilnehmerin in Berliner Reihen Martina Velickova noch zum 3:2, mehr gelang Berlins Damen aber nicht. Und eine Uhrenpanne 2 ½ Minuten vor Spielende unterbrach den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Spielfluss bei den Eisladies nachhaltig. Vielleicht wäre ja noch ein Punkt drin gewesen. An Ivonne Schröder lag es nicht, dass der OSC verloren hat. Sie hielt, wie auch Prags Torfrau, sehr gut. Und es gab auch durchaus genug Chancen in diesem Spiel wenigstens einen Punkt zu gewinnen. Aber es sollte nicht sein. Also nun nach vorne blicken und schauen, ob gegen Espoo mehr gelingt. Bei der 3:4-Niederlage im Dezember war der deutsche Meister ja nah dran an der Sensation. Vielleicht gelingt ja diesmal der große Wurf.

Der zweite Tag brachte dann ein sehr spannendes und ein sehr einseitiges Spiel. Zunächst trafen die Eisladies auf Espoo Blues. Und sie zeigten ein wesentlich besseres Spiel als am Vortag. Die Abwehr stand diesmal viel besser, dafür sorgte der Sturm für Unruhe unter dem Anhang der Berlinerinnen. Denn Chancen waren genug da, nur wollte der Puck nicht dahin, wo er hingehörte - nämlich ins Tor. Immerhin überstand der OSC das 1. Drittel ohne Gegentor. Dann endlich die Führung gegen ein finnisches Team, das auch in diesem Spiel längst nicht so stark auftrat wie noch beim Halbfinale im Dezember. Anja Scheytt mit einem für sie typischen Break erlöste die Nerven der Fans - zunächst. Denn Espoo schlug vier Minuten später zurück, es stand 1:1. Eigentlich wollte ich ja entspannt in das Wochenende gehen, alleine das Erreichen der Finalrunde war ja ein großer Erfolg. Aber nun ging es doch los das große Zittern. Also zumindest ein bisschen. Die Eisladies kassierten insgesamt elf kleine Strafen und ein Teil davon war doch etwas fragwürdig. Aber die Berlinerinnen kämpften bis zum Umfallen und wurden belohnt. Olympiafahrerin Martina Velickova bringt den OSC drei Minuten vor dem Ende mit 2:1 in Führung. Neben der Slowakin war auch wieder Ivi Schröder eine Bank. Ivi hat wieder super gehalten. Man merkt ihr an, dass sie in Niesky eine gute Saison spielt. Davon profitiert auch der OSC. Die Stimmung auf den Rängen, vorher schon klasse, wurde nun noch besser. Gute Stimmbänder haben sie, die Angehörigen der Ausbildungskompanie Lazarettregiment 31 "Berlin" der Blücher Kaserne in Kladow. Unermüdlich feuerten sie die Mädels an. Als erneut Martina Velickova neun Sekunden vor dem Ende mit dem 3:1 den Sack endgültig zu machte, kannte der Jubel keine Grenzen. Die OSC Eisladies hatten sich wieder einen Traum erfüllt und ein Spiel beim Finalturnier gewonnen. Also wieder Märchenstunde im Welli. Nach dem Abendspiel ging dann die Rechnerei los. Moskau fertigte Slavia Prag mit 10:2 ab. Die Höhe war schon überraschend. Prag konnte nur im 1. Drittel teilweise mithalten, danach donnerte ein Tornado durch die Abwehrreihen von Prag. Vom sonst körperbetonten Spiel von Prag war nichts zu sehen. Wie auch, die kamen ja gar nicht erst an den Gegner ran... Und auch hier herrschte wieder eine gute Stimmung auf den Rängen. Aber nun haben drei Teams drei Punkte. Also wurde gerechnet. Wer muss wie spielen um welchen Platz zu belegen. Ich lass das lieber mit dem rechnen. Nicht weil ich es nicht kann, ich halte es lieber wie René: „Das Märchen geht weiter". Und mal schauen, wie das Märchen am Sonntag endet... Am Samstagabend ärgerten sich einige Leute, ich auch, noch mehr über die Niederlage gegen Prag. Denn das wäre was gewesen, dann hätten die Eisladies Platz 2 sicher gehabt. Aber was soll's, noch war ja alles möglich. Und mit dem Sieg gegen Espoo haben die Mädels ihrem Staff und den Anhängern nicht nur einen Traum erfüllt, sie haben wieder Geschichte geschrieben. Es war ja der erste Sieg einer deutschen Mannschaft bei einem EWCC-Finalturnier.

Dann der Sonntag. Nun war ich doch etwas nervös. Denn es war ja alles möglich. So etwas ist zwar schön für ein Turnier, aber schlecht für leidende Trainer und Berichterstatter. Vor den Spielen bedankte sich Vertreter der IIHF bei allen ehrenamtlichen Helfern für ihren Einsatz mit kleinen Präsenten Vom Ergebnis des ersten Spiels hing es ab, was die Eisladies erreichen könnten. Es war ein spannendes Spiel, in dem der finnische Meister das etwas bessere Team war. Nur machten sie zu wenig darauf. Allerdings kämpfte Prag sehr gut. 2:0 führten die Blues, doch Prag kam zum Ausgleich. Im letzten Drittel konnte Espoo dann auf 5:3 davonziehen. Nun war Prag gefordert. Denn eines war klar, gewinnt Espoo und verlieren die Eisladies gegen Moskau, würde es bei diesem Ergebnis eine neue Dreiertabelle geben. Und dann wäre Prag Vierter. Bei einer Niederlage mit nur einem Tor unterschied wäre Prag dritter geworden. Für die Eisladies bedeutete das 5:3, dass man auf Platz 2 landen würde. Bis 11 Sekunden vor dem Ende hatten die Berlinerinnen den 2. Platz inne, dann traf Espoo das leere Tor. Damit war Espoo mindestens Dritter, mit Aussicht auf Platz 2.
Dann das letzte Spiel des Turniers. Könnten die Eisladies den Tornado aus Moskau stoppen? Wenn die Russinnen nur annähernd so spielen würden, wie gegen Prag, wären die Chancen für den OSC nur minimal. Und die Russinnen drehten wirklich auf. Zwar mühten sich die Berlinerinnen die Angriffe von Moskau zu stoppen, das gelang aber nur teilweise. Im Laufe des 1. Drittels merkte man den Ladies an, dass die Kraft nachließ. Kein Wunder, die Spiele gegen Prag und Espoo haben viel Kraft gekostet. Jenny Friede hat sich dann auch noch gegen Moskau verletzt, sie knallte bei einem Break nach einem Foul an den Pfosten des Tores. Das Spiel war für sie beendet, ich weiß zwar nicht genau an welcher Stelle sie sich verletzt hat, sah aber nach Rippe aus. Zum Glück ist es aber „nur" eine Prellung. An dieser Stelle gute Besserung. 8:0 gewann Moskau und der Sieg war auch verdient. Nur den einen oder anderen Treffer hätte man den OSC schon gegönnt. Es sollte aber nicht sein. Also belegten die Eisladies am Ende Platz 3. So richtig traurig war darüber aber niemand. Schließlich war das Saisonziel der Eisladies zu versuchen ins Halbfinale zu kommen. Nun war es das Finale und Platz 3. Was will man mehr?

Insgesamt war es wieder eine tolle Veranstaltung. Ca. 1200 Zuschauer waren an den drei Turniertagen in der Halle, die Stimmung war Super und die Organisation hat auch geklappt. Und nicht nur beim OSC waren alle froh, dass alles geklappt hat. Ich war es auch, schließlich hatte ich ja den Brummbären für die IIHF-Statistik organisiert und Carrus durfte ne Strichliste führen. Hab ihn zwar etwas beim schauen unterstützt, die Hauptarbeit aber hatte der Carrus. Ich hab in meiner Aktive Zeit genug Statistiken getürkt, das können ruhig andere Leute machen. Danke euch beiden, ihr werdet nächstes Mal wieder verpflichtet... Und natürlich auch ein Dank an den OSC für die Unterstützung. Vor allem aber an die Mädels für die tolle Leistung, auch wenn ich doch wieder etwas gelitten habe...

Hier wieder etwas Kurioses: Am Samstag wollte ich mir im VIP-Raum einen Cappuccino machen. Die haben nämlich ne tolle Maschine, der leckeren Kaffee & Co macht. Ich also zur Maschine. Da zeigt die doch an, dass Bohnen aufgefüllt werden müssen. Beim OSC gibt es einen Betreuer für die Kiste, den Mike. Hab ihn also gesagt, dass der Automat nach Bohnen verlangt. Was würde er tun? Etwa wieder delegieren? Nein, er griff selbst zur Tüte und füllte Bohnen nach! Mike hat ganz alleine gearbeitet! Und ich hab's gesehen! Nur glaubt mir das jemand? Handelt sich hier schließlich um ein Märchen...

Das war es also in der Saison 2009/10 mit der Berichterstattung von Turnieren. Da die coolen Mädels aus Berlin ja Meister geworden sind und ich davon ausgehe, dass für die neue EWCC-Saison gemeldet wird, dürfte es mindestens ein Turnier geben. Wo auch immer das sein wird, ich werde versuchen dabei zu sein - Achtung, das war eine Drohung...

Das Märchen der Eisladies die auszogen, um in der Saison 2009/10 andere zu ärgern und Erfolge zu feiern, endet an dieser Stelle. Und wenn sie nicht zu müde sind, dann feiern sie noch heute.

In diesem Sinne

Bis zur neuen Saison

Euer Noppe

 
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